Kantonsrat will Lichtverschmutzung eindämmen – ein wichtiger erster Erfolg

Der Luzerner Kantonsrat hat meinem Vorstoss zur Reduktion der Lichtverschmutzung zugestimmt. Mit 67 zu 39 Stimmen wurde das Anliegen als Postulat erheblich erklärt – und das gegen den Antrag des Regierungsrats, der den Vorstoss lediglich teilweise entgegennehmen wollte. Auch wenn ich mir eine Überweisung als Motion gewünscht hätte, ist das ein wichtiger Erfolg. Der Kantonsrat hat damit ein klares Signal ausgesendet: Lichtverschmutzung ist kein Randthema, sondern ein Umweltproblem, das ernst genommen werden muss.

Ein unterschätztes Umweltproblem

Lichtverschmutzung nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Wer – so wie ich – seit Jahrzehnten regelmässig unter dem Nachthimmel unterwegs ist, stellt fest: Wirklich dunkle Nächte sind selten geworden. Der Sternenhimmel verschwindet zunehmend hinter einem künstlichen Lichtschleier. Dabei geht es längst nicht nur um Astronomie oder Romantik. Künstliches Licht in der Nacht hat nachweisbare Auswirkungen auf die Biodiversität, stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Menschen und Tieren und führt zu unnötigem Energieverbrauch. Besonders Insekten, Fledermäuse und Zugvögel reagieren empfindlich auf künstliche Beleuchtung. Gleichzeitig zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien Zusammenhänge zwischen nächtlicher Lichtexposition, Schlafstörungen, erhöhtem Stress und gesundheitlichen Risiken.

Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf den Nachthimmel.
Quelle: Sternwarte Hubelmatt, Luzern

Warum der bisherige Ansatz nicht genügt

In meiner Motion habe ich gefordert, die Empfehlungen des Bundesamts für Umwelt verbindlich im kantonalen Recht zu verankern und den gesetzlichen Spielraum konsequent zu nutzen. Andere Kantone wie Aargau oder Genf zeigen bereits heute, dass dies möglich ist. Der Regierungsrat wollte dagegen lediglich einzelne Anpassungen – insbesondere das Verbot von Skybeamern – umsetzen und den Vorstoss nur teilweise als Postulat überweisen. Das greift aus meiner Sicht zu kurz. Lichtverschmutzung entsteht nicht durch wenige spektakuläre Lichtquellen, sondern durch die Summe unzähliger Beleuchtungen: Reklamen, Fassaden, Sportanlagen, Parkplätze oder unnötig helle Aussenbeleuchtungen. Gerade deshalb braucht es klare und verbindliche Rahmenbedingungen.

Licht kennt keine Gemeindegrenzen

In der Debatte wurde mehrfach darauf verwiesen, dass Gemeinden bereits heute eigene Regelungen erlassen könnten. Ich begrüsse kommunale Initiativen ausdrücklich. Projekte wie der Plan Lumière der Stadt Luzern oder intelligente Beleuchtungslösungen in einzelnen Gemeinden zeigen, dass Verbesserungen möglich sind. Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen: Licht macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Eine optimal geplante Beleuchtung in einer Gemeinde verliert einen grossen Teil ihrer Wirkung, wenn wenige Kilometer weiter grossflächige Lichtemissionen den Nachthimmel aufhellen. Lichtverschmutzung ist deshalb kein kommunales, sondern ein regionales Problem. Genau deshalb braucht es eine koordinierte kantonale Strategie. Einheitliche Regeln schaffen zudem Transparenz und faire Rahmenbedingungen für Unternehmen. Statt eines Flickenteppichs unterschiedlichster kommunaler Vorschriften profitieren auch Gewerbe und Wirtschaft von klaren, für alle geltenden Standards.

Zunahme von Lichtemissionen im Zeitraum von 1994 bis 2020.
Quelle: BAFU

Jetzt ist der Regierungsrat am Zug

Mit der Überweisung als Postulat ist die Arbeit nicht abgeschlossen – sie beginnt jetzt erst. Der Regierungsrat ist nun beauftragt, konkrete Massnahmen zu prüfen und aufzuzeigen, wie die Lichtverschmutzung im Kanton Luzern wirksam reduziert werden kann. Ich werde diesen Prozess aufmerksam begleiten und mich weiterhin dafür einsetzen, dass aus der Prüfung konkrete Verbesserungen entstehen. Denn unser Ziel sollte nicht sein, möglichst viel Licht zu produzieren. Unser Ziel sollte sein, das richtige Licht am richtigen Ort zur richtigen Zeit einzusetzen. Davon profitieren Natur, Mensch und letztlich auch die Wirtschaft.

Ich danke allen Ratskolleginnen und Ratskollegen, die dieses Anliegen unterstützt haben. Gemeinsam haben wir einen wichtigen ersten Schritt für den Schutz unserer Nachtlandschaften gemacht.

Medienbericht swissinfo.
Beitrag im SRF Regionaljournal
Vollzugshilfe des Bundes zu Lichtemissionen (PDF)
Hintergrundinfos auf darksky.ch