Nach dem Hitzesommer: Jetzt braucht Luzern eine konsequente Klima- und Energiepolitik
Der Sommer 2026 hat uns vor Augen geführt, wie unmittelbar die Folgen der Klimaerwärmung unseren Alltag betreffen. Tiefe Wasserstände, hohe Wassertemperaturen, ausgetrocknete Böden und eine anhaltende Hitzebelastung sind keine abstrakten Zukunftsszenarien. Als Naturwissenschaftler und SP-Kantonsrat will ich, dass wir aus diesen Erfahrungen politische Konsequenzen ziehen. Mit Vorstössen zur Wasserversorgung, zum Schutz der Gewässer, zur Landwirtschaft und zur klimaangepassten Siedlungsentwicklung sowie mit meiner Arbeit am Energiegesetz und am Planungsbericht Klima und Energie setze ich mich für eine Politik ein, die wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nimmt und daraus konkrete Lösungen macht.
Ein Sommer, der uns zum Handeln verpflichtet
Der Sommer 2026 war eine eindrückliche Erinnerung daran, wie verletzlich wir gegenüber Hitze und Trockenheit sind. Die Auswirkungen zeigten sich auf verschiedenen Ebenen: Gewässer führten wenig Wasser und erwärmten sich stark, die Landwirtschaft musste mit knappen Wasserressourcen umgehen und die Hitze wurde für viele Menschen zu einer gesundheitlichen Belastung.
Als Astrophysiker beschäftige ich mich beruflich damit, die Welt anhand von Beobachtungen, Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verstehen. In der Politik ist das nicht anders: Wir müssen Entwicklungen frühzeitig erkennen, Risiken realistisch einschätzen und Massnahmen ergreifen, bevor aus absehbaren Problemen akute Krisen werden.
Die Klimaforschung zeigt klar, dass sich die Schweiz stärker erwärmt als der globale Durchschnitt. Mit der weiteren Erwärmung werden heisse Sommer, längere Trockenperioden und intensive Niederschlagsereignisse zu einer immer grösseren Herausforderung. Gleichzeitig müssen wir die Treibhausgasemissionen reduzieren, um die weitere Erwärmung zu begrenzen.
Dabei ist mir eine Unterscheidung besonders wichtig: Klimaschutz und Klimaanpassung sind nicht dasselbe. Klimaschutz bekämpft die Ursachen der Erwärmung. Klimaanpassung reduziert die Schäden, die sich trotz Klimaschutz nicht mehr vollständig vermeiden lassen. Wir brauchen beides – und wir brauchen eine Politik, die diese Aufgaben nicht gegeneinander ausspielt.
Genau deshalb hat die SP Kanton Luzern unter dem Titel «Nach dem Hitzesommer» eine Reihe parlamentarischer Vorstösse auf den Weg gebracht. Unser Ziel ist, die Erfahrungen dieses Sommers in konkrete politische Aufträge zu übersetzen.

Wasser ist eine strategische Ressource
Eine der wichtigsten Lehren aus dem Sommer ist, dass wir Wasser nicht als jederzeit und überall verfügbare Selbstverständlichkeit betrachten dürfen. Der Kanton Luzern ist wasserreich. Trotzdem kann es regional und saisonal zu Engpässen kommen. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Wasser insgesamt vorhanden ist, sondern wann, wo und in welcher Qualität es zur Verfügung steht.
Ich fordere deshalb, die Entwicklung von Wasserverfügbarkeit und Wasserbedarf vorausschauend zu untersuchen. Wir müssen wissen, welche Regionen und Nutzungen künftig besonders unter Druck geraten könnten und wie wir Konflikte zwischen Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Ökologie und weiteren Bedürfnissen möglichst frühzeitig erkennen.
Dazu gehört auch, besonders gefährdete kleine Fliessgewässer besser zu schützen. Wenn Bäche bei Trockenheit nur noch wenig Wasser führen, können zusätzliche Entnahmen und hohe Wassertemperaturen für die darin lebenden Organismen besonders problematisch werden. Solche Gewässer benötigen einen Schutz, der ihre ökologische Verletzlichkeit berücksichtigt.
Auch die Trinkwasserversorgung muss langfristig resilient ausgestaltet werden. Dazu gehören eine vorausschauende Planung, die Sicherung geeigneter Wasserressourcen und eine bessere Abstimmung zwischen Gemeinden und Versorgungsgebieten.
Der Kanton arbeitet bereits an einer Wasserstrategie. Zentral wird sein, dass die Erkenntnisse daraus in die Planung und in konkrete Massnahmen einfliessen. Eine Strategie allein stellt noch kein Wasser bereit. Sie muss uns helfen, rechtzeitig zu handeln, statt erst dann reagieren zu müssen, wenn Quellen versiegen oder Nutzungskonflikte entstehen.
Eine Landwirtschaft, die mit Trockenperioden umgehen kann
Die Landwirtschaft gehört zu den Bereichen, in denen sich die Folgen längerer Trockenperioden besonders unmittelbar bemerkbar machen. Pflanzen benötigen Wasser, während gleichzeitig die verfügbaren Mengen in Gewässern und Böden zurückgehen können.
Wenn wir die landwirtschaftliche Produktion langfristig sichern wollen, müssen wir deshalb auch über die Speicherung von Wasser nachdenken. Die SP fordert, Möglichkeiten zur Speicherung von Wasser für die Bewässerung gezielt weiterzuentwickeln.
Der Grundgedanke ist einfach: Wasser sollte möglichst dann gespeichert werden, wenn ausreichend davon vorhanden ist. In einer Trockenperiode kann es anschliessend für die Bewässerung genutzt werden, ohne dass Gewässer und Grundwasservorkommen gerade in einer kritischen Situation zusätzlich belastet werden.
Dabei geht es nicht ausschliesslich um technische Speicher. Ebenso wichtig sind gemeinschaftliche und regionale Lösungen, eine vorausschauende Planung des Wasserbedarfs und Böden, die Niederschläge aufnehmen und möglichst lange speichern können.
Der natürliche Wasserrückhalt ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Gesunde Böden mit einer guten Struktur können Wasser aufnehmen und Pflanzen über längere Zeit zur Verfügung stellen. Eine Landwirtschaft, die den Boden schützt und seine Speicherfähigkeit stärkt, leistet damit auch einen Beitrag zur Klimaanpassung.
Es geht nicht darum, die Landwirtschaft und den Gewässerschutz gegeneinander auszuspielen. Im Gegenteil: Eine gute Planung muss beide Anliegen zusammenbringen. Wir müssen die landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen sichern und gleichzeitig dafür sorgen, dass unsere Gewässer auch während längerer Trockenperioden funktionsfähig bleiben.

Unsere Siedlungen müssen Wasser aufnehmen können
Wasser wird nicht nur in der Landwirtschaft zum Thema. Auch unsere Siedlungen müssen wir anders planen, wenn wir uns auf häufigere Hitze- und Trockenperioden sowie intensive Niederschläge vorbereiten wollen.
Heute wird Regenwasser vielerorts möglichst rasch über Kanalisationen und Entwässerungssysteme abgeleitet. Auf versiegelten Dächern, Strassen und Plätzen kann es kaum versickern. Bei starken Niederschlägen entstehen dadurch hohe Abflussspitzen. Gleichzeitig fehlt das Wasser später im lokalen Wasserkreislauf, wenn Böden austrocknen und Bäume unter Wassermangel leiden.
Das Schwammprinzip setzt hier an: Siedlungsräume sollen Niederschlagswasser möglichst dort aufnehmen und zurückhalten, wo es anfällt. Wasser soll versickern, gespeichert, verdunstet oder sinnvoll genutzt werden können.
Entsiegelte Flächen, begrünte Dächer, Retentionsflächen, Bäume und ausreichend durchwurzelbare Böden helfen, Wasser länger im Siedlungsraum zu halten. Sie können Abflussspitzen reduzieren, die Umgebung kühlen und die Aufenthaltsqualität verbessern. Je nach Standort kommen weitere Vorteile für Biodiversität und Grundwasserneubildung hinzu.
Ausschlaggebend ist, dass wir dieses Prinzip nicht nur bei Neubauten berücksichtigen. Ein grosser Teil unserer Siedlungen ist bereits gebaut. Gleichzeitig werden laufend Strassen saniert, Plätze umgestaltet, Werkleitungen erneuert und öffentliche Gebäude renoviert. Solche ohnehin notwendigen Investitionen bieten Chancen, schrittweise mehr Wasser im Siedlungsraum zu halten.
Wenn eine Strasse erneuert wird, sollte deshalb systematisch geprüft werden, ob gleichzeitig Flächen entsiegelt, zusätzliche Baumstandorte geschaffen oder Regenwasser vor Ort zurückgehalten werden können.
Der Kanton hat mit dem Planungsbericht Klima und Energie und der Totalrevision des kantonalen Richtplans bereits wichtige Grundlagen für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung geschaffen. Nun müssen wir sicherstellen, dass daraus konkrete Planungspraxis wird. Mein Anliegen ist deshalb, dass der Kanton prüft, wie das Schwammprinzip über die bestehenden Instrumente hinaus systematischer und verbindlicher umgesetzt werden kann.
Es braucht nicht überall dieselbe technische Lösung. Bodenverhältnisse, Grundwasser, Gewässerschutz und Nutzung müssen berücksichtigt werden. Aber bei relevanten Planungen und Bauprojekten sollte die Frage nach dem Umgang mit Niederschlagswasser selbstverständlich sein.
Wasser, das bei Starkregen zum Problem wird, kann wenige Wochen später fehlen. Wir sollten es deshalb nicht möglichst schnell loswerden, sondern möglichst lange dort halten, wo es fällt.
Das Energiegesetz: Die Energiewende muss auch praktisch funktionieren
Klimaanpassung allein reicht nicht. Wir müssen gleichzeitig den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Energieversorgung – insbesondere die Wärmeversorgung unserer Gebäude und die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen.
Die laufende zweite Etappe der Revision des kantonalen Energiegesetzes ist dafür ein wichtiger Schritt. Ich begrüsse die konsequente Ausrichtung auf den Ersatz fossiler Heizsysteme und die Stärkung erneuerbarer Energien. Der Umbau der Energieversorgung ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen und unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.
Als Mitglied der Kommission Raumplanung, Umwelt und Energie (RUEK) beschäftige ich mich dabei besonders mit einer Frage: Welche Voraussetzungen müssen wir schaffen, damit die Energiewende nicht nur gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern in der Praxis auch gelingt?
Ein Beispiel ist die Netzkapazität. Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und weitere elektrische Anwendungen erhöhen die Anforderungen an die Stromnetze. Es genügt deshalb nicht, erneuerbare Stromproduktion zu fördern, wenn der Anschluss oder die Einspeisung am fehlenden Netzausbau scheitert.
Ich will konkret mit einer Anpassung des Energiegesetzes erreichen, dass Elektrizitätsverteilwerke überschüssige dezentrale Elektrizität abnehmen und die erforderliche Netzkapazität bereitstellen müssen. Notwendige Netzverstärkungen und -ausbauten sollen grundsätzlich innerhalb einer nützlichen und zumutbaren Frist erfolgen. Bewusst setze ich dabei nicht auf eine starre Frist, sondern auf eine Regelung, die dem konkreten Projekt Rechnung trägt und dennoch eine klare Verpflichtung schafft.
Das ist für mich eine Frage der Glaubwürdigkeit: Wer die dezentrale Stromproduktion will, muss auch die Voraussetzungen schaffen, damit dieser Strom ins Netz eingespeist und genutzt werden kann.
Gleichzeitig muss die Energiewende sozial gerecht ausgestaltet werden. Energetische Sanierungen und der Ersatz von Heizungen können hohe Investitionen erfordern. Diese Kosten dürfen nicht einfach auf Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden, die selbst kaum Einfluss auf die Heizungswahl oder den Zustand eines Gebäudes haben.
Deshalb halte ich an meinem Antrag fest, der die soziale Dimension der Förderung und die Auswirkungen auf die Wohnkosten in den Blick nimmt. Die ökologische Transformation kann nur gelingen, wenn sie auch für Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten tragbar bleibt.
Eine fortschrittliche Energiepolitik muss deshalb zwei Dinge gleichzeitig leisten: Sie muss den Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen und sicherstellen, dass die Bevölkerung die Veränderung bewältigen kann. Fördergelder sollen dort helfen, wo sie den Umstieg ermöglichen, statt lediglich ohnehin finanzierbare Investitionen zu verbilligen.

Planungsbericht Klima und Energie: Gute Grundlagen reichen nicht
Eine weitere wichtige Grundlage für die kantonale Klimapolitik ist der Planungsbericht Klima und Energie 2026. Er legt die strategischen Stossrichtungen und Massnahmen für die Umsetzungsperiode 2027 bis 2031 fest. Der Regierungsrat hat den Bericht nach der Vernehmlassung überarbeitet und im Juni 2026 verabschiedet; im November wird sich der Kantonsrat damit befassen.
Ich unterstützte die strategische Ausrichtung des Berichts grundsätzlich. Positiv ist, dass neuere wissenschaftliche Erkenntnisse stärker berücksichtigt und die Herausforderungen in einzelnen Bereichen deutlicher benannt werden. Auch die stärkere Berücksichtigung von Klimafragen in kantonalen Planungs- und Entscheidungsprozessen ist ein wichtiger Schritt.
Doch zwischen einem anerkannten Handlungsbedarf und einer wirksamen Klimapolitik besteht ein Unterschied. Ein Planungsbericht muss nicht nur beschreiben, was notwendig wäre. Er muss auch zeigen, wie die Ziele erreicht werden sollen, wie Fortschritte überprüft werden und welche Ressourcen für die Umsetzung zur Verfügung stehen.
Genau hier sehe ich weiterhin Schwächen. In wichtigen Bereichen fehlen verbindliche sektorale Zwischenziele und klar definierte Absenkpfade. Ohne überprüfbare Etappenziele ist es schwierig, rechtzeitig festzustellen, ob wir auf Kurs sind. Und wenn Ziele verfehlt werden, braucht es einen Mechanismus, mit dem zusätzliche oder verstärkte Massnahmen geprüft werden.
Im Rahmen der Beratung bringe ich deshalb Bemerkungen ein, die den Bericht in zentralen Punkten schärfen sollen. Einerseits geht es darum, die Klimaanpassung angesichts der zunehmenden Hitze, Trockenheit und Extremniederschläge konsequent zu priorisieren. Andererseits müssen die bestehenden sektoralen Absenkpfade als Grundlage für eine überprüfbare Steuerung dienen. Zwischenziele für 2030 und 2040 sowie eine periodische Ausweisung wesentlicher Zielabweichungen können helfen, die politische Verantwortung für die Umsetzung zu stärken.
Mir ist dabei wichtig, die parlamentarischen Forderungen auf jene Punkte zu konzentrieren, bei denen sie einen konkreten Mehrwert schaffen. Nicht jede zusätzliche Bemerkung verbessert einen Planungsbericht. Wichtig ist, dass die zentralen Schwächen benannt werden und der Regierungsrat einen klaren Auftrag erhält, sie zu beheben.
Ein weiterer Punkt ist die Finanzierung. Der Planungsbericht beschreibt notwendige Massnahmen, macht deren Umsetzung aber teilweise von künftigen Budgetentscheiden abhängig. Das schafft Unsicherheit. Klimapolitik braucht nicht nur gute Ziele, sondern auch genügend finanzielle und personelle Ressourcen, um diese Ziele tatsächlich zu erreichen.
Die jüngsten Budgetdebatten haben gezeigt, wie schnell die verfügbaren Mittel unter Druck geraten können. Wenn wir die Klimaziele ernst nehmen, müssen wir auch offen darüber sprechen, welche Mittel für ihre Umsetzung notwendig sind. Sonst entsteht ein Widerspruch zwischen den politischen Ambitionen und den tatsächlichen Möglichkeiten der Verwaltung.

Erneuerbare Energie braucht verlässliche Förderung
Diese Frage stellt sich auch beim kantonalen Förderprogramm. Investitionen in erneuerbare Energien und energetische Sanierungen sind langfristig sinnvoll. Für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Unternehmen ist jedoch entscheidend, dass Förderbedingungen verlässlich und planbar sind.
Auch bei der Solarenergie müssen wir weiterdenken. Die dezentrale Photovoltaikproduktion ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Netze und Einspeisung, wenn immer mehr Anlagen Strom produzieren. Wenn bestehende Anlagen wegen begrenzter Einspeisemöglichkeiten ihre Produktion nicht vollständig nutzen können, stellt sich die Frage, wie zusätzliche Speichermöglichkeiten und eine bessere lokale Nutzung unterstützt werden können.
In diesem Zusammenhang setze ich mich dafür ein, bestehende private Photovoltaikanlagen bei geeigneten Erweiterungen oder Speichermöglichkeiten stärker in den Blick zu nehmen. Wenn zusätzliche Speicherkapazität oder eine moderate Erweiterung der Anlage dazu beitragen kann, mehr erneuerbaren Strom sinnvoll zu nutzen, sollten die bestehenden Förderinstrumente daraufhin überprüft werden.
Die politische Debatte darf sich dabei nicht auf die Kosten einzelner Fördermassnahmen beschränken. Wir müssen ebenso fragen, welche Kosten entstehen, wenn wir notwendige Investitionen aufschieben, erneuerbare Potenziale nicht nutzen oder die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern länger als nötig aufrechterhalten.
Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen zu politischer Verantwortung führen
Für mich verbindet sich in diesen Themen meine Arbeit als Naturwissenschaftler mit meiner Verantwortung als Kantonsrat. Wissenschaft kann Risiken und Entwicklungen beschreiben. Sie kann aufzeigen, welche Massnahmen wirksam sind und wo Unsicherheiten bestehen. Sie nimmt uns politische Entscheidungen aber nicht ab.
Die Politik muss Prioritäten setzen, Interessen abwägen und dafür sorgen, dass beschlossene Massnahmen umgesetzt werden. Gerade bei Klima und Energie reicht es deshalb nicht, sich zu ambitionierten Zielen zu bekennen. Wir müssen auch bereit sein, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Das bedeutet: Wir müssen die Stromnetze für erneuerbare Energien fit machen, Heizungswechsel sozial verträglich gestalten, die Finanzierung der Klimapolitik sichern und unsere Wasserressourcen vorausschauend bewirtschaften. Wir müssen unsere Siedlungen so planen, dass sie mit Hitze, Trockenheit und Starkregen besser umgehen können. Und wir müssen überprüfen, ob die beschlossenen Massnahmen tatsächlich Wirkung entfalten.
Diese Aufgaben gehören zusammen. Eine klimaangepasste Siedlung braucht Wasser, Grünräume und gute Planung. Eine resiliente Landwirtschaft braucht gesunde Böden und eine verlässliche Wasserversorgung. Eine erneuerbare Energieversorgung braucht Netze, Speicher und tragbare Investitionen. Und eine wirksame Klimapolitik braucht überprüfbare Ziele und genügend Ressourcen.

Jetzt die richtigen Weichen stellen
Der Sommer 2026 darf nicht einfach als aussergewöhnliches Wetterereignis in Erinnerung bleiben. Er sollte ein Anlass sein, unsere Vorsorge zu verbessern und die langfristigen Herausforderungen ernst zu nehmen.
Mit den erwähnten Vorstössen und jenen meiner Fraktionskolleg:innen und meiner Arbeit am Energiegesetz, am Planungsbericht Klima und Energie sowie an der kantonalen Raumplanung will ich dazu beitragen, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete politische Schritte werden.
Dabei geht es mir nicht um Symbolpolitik oder um möglichst viele neue Konzepte. Es geht um wirksame Massnahmen, klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Rahmenbedingungen. Wo bereits gute Grundlagen bestehen, müssen wir ihre Umsetzung sicherstellen. Wo Lücken bestehen, müssen wir sie schliessen. Und wo Massnahmen Menschen finanziell belasten, müssen wir dafür sorgen, dass die ökologische Transformation sozial gerecht bleibt.
Wir können in den nächsten Jahrzehnten keine Hitzewelle verhindern. Wir können viele Folgen des Klimawandels nicht mehr rückgängig machen, die bereits absehbar sind. Aber wir können entscheiden, wie gut wir uns vorbereiten und wie konsequent wir die Ursachen der Erwärmung bekämpfen.
Für mich bedeutet eine Politik mit Fakten, langfristig zu denken und heute die richtigen Entscheidungen zu treffen. Damit Luzern auch in Zukunft ein Kanton bleibt, in dem Menschen gut leben können, Wasser und Energie verlässlich verfügbar sind und unsere natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden.
