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Vorsorge statt Verdrängung – Warum ich JA zum Klimafonds sage

Die Schweiz ist vom Klimawandel besonders stark betroffen. Als Binnenland mit sensiblen Alpenräumen, dicht besiedelten Tälern und einer vielfältigen Topographie erwärmt sich unser Land deutlich stärker als der globale Durchschnitt. Die Folgen sind längst sichtbar – schmelzende Gletscher, instabile Berghänge, zunehmende Extremniederschläge und Hitzeperioden.

Wichtige Veränderungen des Schweizer Klimas basierend auf Beobachtungsdaten. (BAFU/MeteoSchweiz (2020), aufdatiert und angepasst)

Ereignisse wie in Blatten oder Brienz sind keine isolierten Naturphänomene. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit einer Entwicklung, die sich wissenschaftlich seit Jahren klar abzeichnet. Extremwetterereignisse nehmen zu – in Häufigkeit und Intensität. Sie setzen unsere Ökosysteme unter enormen Druck und stellen gleichzeitig unsere Infrastruktur vor immense Herausforderungen: Verkehrswege, Siedlungen, Energieversorgung und Landwirtschaft sind zunehmend exponiert.

Investieren, bevor es uns überrollt

Die Klimafonds-Initiative setzt genau hier an. Sie will die finanziellen Mittel bereitstellen, damit wir als Gesellschaft diesen Herausforderungen vorausschauend begegnen können.

Ja, das kostet Geld. Aber die Alternative – wegschauen, verharmlosen, nur das absolut Nötigste tun – kommt uns langfristig um ein Vielfaches teurer zu stehen. Jeder Franken, den wir heute in Prävention, Anpassung und Innovation investieren, spart uns morgen ein Mehrfaches an Schadensbehebung, Wiederaufbau, ökologischen und volkswirtschaftlichen Verlusten.

Vorsorge ist keine Ideologie. Sie ist solide Finanzpolitik.

Ein Infrastrukturprojekt für die Zukunft

Der Klimafonds ist im Kern ein Infrastrukturprojekt. Vergleichbar mit dem Bau von Staudämmen zur Sicherung unserer Energieversorgung oder dem gezielten Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur, die ebenfalls durch langfristige, strategische Investitionen ermöglicht wurden.

Wir stärken präventiv unsere Resilienz gegenüber den massiven Auswirkungen des Klimawandels. Wir investieren in:

  • den Schutz unserer Naturräume, damit Wälder, Gewässer und Böden Extremereignisse besser abfedern können,
  • die Anpassung unserer Infrastruktur an neue klimatische Realitäten,
  • den massiven und nachhaltigen Ausbau der lokalen Energieproduktion,
  • die Reduktion unserer Abhängigkeit von fossilen Energieimporten.

Gerade als Hochtechnologieland sind wir prädestiniert, hier voranzugehen. Wir verfügen über das Know-how, die Innovationskraft und die Bildungsinstitutionen, um klimafreundliche Technologien weiterzuentwickeln und marktfähig zu machen. Der Klimafonds schafft die nötigen Rahmenbedingungen, damit aus Forschung konkrete Wertschöpfung wird.

Stärkung von Wirtschaft und Bildungsstandort

Klimapolitik ist keine Wachstumsbremse – sie ist eine Zukunftsinvestition. Wer heute in erneuerbare Energien, Speichertechnologien, Gebäudesanierungen, nachhaltige Mobilität und Kreislaufwirtschaft investiert, stärkt morgen den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Gleichzeitig rüsten wir unser Bildungswesen für die Zukunft: Neue Berufsfelder entstehen, bestehende verändern sich. Der Klimafonds ermöglicht Planungssicherheit – für Unternehmen, Hochschulen, Berufsbildung und Kantone.

Verantwortung übernehmen

Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Entwicklungen sind real. Und die Kosten des Nichtstuns sind enorm.

Wir können entweder reagieren, wenn die Schäden bereits angerichtet sind – oder wir können vorausschauend handeln.

Für mich ist klar: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Darum stimme ich überzeugt JA zum Klimafonds.

Schweizer Temperatur seit 1864. Jedes Jahr hat eine andere Farbe. In rot codierte Jahre sind wärmer, blaue kälter als der Durchschnitt der Jahre 1961-1990. Quelle: MeteoSchweiz

JA zur Klimafonds-Initiative – jetzt handeln für Klima, Energie und Zukunft

Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die Klimafonds-Initiative ab. Die Initiative will, dass der Bund jährlich 0,5 bis 1 % des Bruttoinlandprodukts in einen staatlichen Klimafonds steckt, um Klimaschutz, Energie­wende und Infrastruktur­modernisierung konsequent voranzutreiben. Mit diesen Mitteln sollen erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen, Mobilität und Weiterbildung für Fachkräfte nachhaltig gefördert werden.

Der Klimawandel ist längst Realität, auch in der Schweiz: Gletscherschmelze, Hitzetage, extreme Wetterereignisse und steigende Kosten durch klimabedingte Schäden machen deutlich, dass Untätigkeit teuer und riskant ist. Die Klimafonds­Initiative ist ein generationenübergreifendes Projekt, das Risiken reduziert und gleichzeitig Arbeitsplätze, Innovation und Versorgungssicherheit stärkt. 

Warum ich dieses Projekt unterstütze

Als Mitglied des Kantonsrats setze ich mich dafür ein, dass Klimaschutz nicht nur Thema, sondern politischer Schwerpunkt wird. Auf allen Ebenen – lokal, kantonal und national – braucht es mutige Schritte:

  • Investitionen statt Symbolpolitik: Unser Planet hat keine Zeit für halbherzige Politik. Die Klimafonds-Initiative liefert konkrete Finanzmittel, um heute effektiv zu handeln.  
  • Unabhängigkeit statt fossiler Abhängigkeit: Mit der Förderung erneuerbarer Energien bauen wir Versorgungssicherheit auf und reduzieren unsere Abhängigkeit von fossilen Importen.  
  • Gerechter Übergang: Umschulungen und Qualifizierungen – auch ein Teil des Fonds – sorgen dafür, dass niemand auf der Strecke bleibt.  

Meine parlamentarische Arbeit im Kontext

In meiner Rolle als Kantonsrat treibe ich konkrete politische Lösungen voran: 

  • Photovoltaik stärken: Mit meinem Postulat zur Förderung von Investitionen in Photovoltaik auf kantonseigenen Gebäuden will ich das unerschlossene Solar-Potenzial im Kanton nutzen und erneuerbare Energie direkt vor Ort erzeugen.  
  • Langfristiges Monitoring: Ein weiteres Postulat über langfristiges Monitoring des Phosphatgehaltes rund um unsere Seen soll ökologische Risiken besser abbilden und frühzeitig Gegensteuer ermöglichen.  
  • Lichtverschmutzung bekämpfen: Mit meiner Motion zur Reduktion der Lichtverschmutzung setze ich mich für eine bessere Umwelt- und Biodiversitätspolitik im Kanton ein – ein Baustein gesunder Ökosysteme.  
  • Weitere Vorstösse wie effiziente Förderpolitik statt Mitnahmeeffekte bei Steuerabzügen stehen ebenfalls in meinem Portfolio.  

Diese Vorstösse zeigen: Klimaschutz ist für mich nicht nur ein abstraktes Ziel, sondern ein konkreter politischer Auftrag – sowohl auf kantonaler wie auf nationaler Ebene.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Die Klimafonds-Initiative ist mehr als eine Abstimmungsvorlage: Sie ist ein Aufruf zum kollektiven Handeln, um Wohlstand, Lebensqualität und ökologische Verantwortung zu verbinden. Die Politik darf nicht länger warten, während Klimarisiken wachsen und Kosten explodieren.

Deshalb: Ja zur Klimafonds-Initiative – für eine starke, klimafreundliche und generationengerechte Schweiz!

Energetische Sanierungen stärken – aber richtig! Warum ich auf gezielte Förderung statt auf pauschale Steuerabzüge setze

In Luzern stehen wir vor einer grundlegenden politischen Frage: Wie fördern wir energetische Sanierungen im Gebäudepark am effektivsten und sozial gerecht? Die Abstimmung vom 28. September 2025 zum Systemwechsel in der Wohneigentumsbesteuerung inklusive Abschaffung des Eigenmietwerts hat das Thema auf die Agenda gesetzt. Dabei fallen aber wichtige steuerliche Abzüge für Energiespar- und Umweltschutz-Massnahmen weg – ein Problem, das politisch gelöst werden muss.

Zwei politische Vorschläge – zwei grundlegend verschiedene Ansätze

Mein Vorschlag (Postulat P 639)

Ich fordere: Sozial treffsichere, wirkungsorientierte Förderung statt Steuerabzüge.
Der Regierungsrat soll prüfen, wie die wegfallenden steuerlichen Anreize durch gezielte Förderinstrumente ersetzt werden können, die:

  • hohe klimapolitische Wirkung entfalten;
  • sozial gerecht sind und gerade Eigentümer:innen mit tieferem und mittlerem Einkommen erreichen;
  • Mitnahmeeffekte begrenzen, insbesondere bei ohnehin geplanten Investitionen;
  • und Mieter:innen schützen, indem Sanierungen nicht automatisch zu höheren Mieten führen.

Mein Ansatz erkennt an, dass steuerliche Abzüge zwar Anreize schaffen können – sie erwiesen sich aber sozial unausgewogen und wirkten oft zugunsten vermögenderer Haushalte. Eine direkte, zielgerichtete Förderung ist wirkungsvoller und gleichzeitig sozialer.

Vorstoss Karin Andrea Stadelmann (Postulat P 535)

Im Gegensatz dazu will Karin Andrea Stadelmann, dass der Kanton Steuerabzüge für energetische Sanierungen weiterhin ermöglicht, auch nach dem Systemwechsel. Das Postulat fordert den Regierungsrat auf, zu prüfen, wie das kantonale Steuerrecht entsprechend anzupassen sei. Die Argumentation zielt darauf ab, den bisherigen Anreiz-Effekt der Steuerabzüge beizubehalten, damit energetische Sanierungen nicht unattraktiver werden.

In seiner Stellungnahme zum Vorstoss von Karin Andrea Stadelmann erklärt der Regierungsrat das Postulat als erheblich und zeigt sich grundsätzlich bereit, eine Beibehaltung des steuerlichen Energiekostenabzugs im bisherigen Umfang zu prüfen. Gleichzeitig nennt er erhebliche Mindereinnahmen von 40–60 Mio. CHF, die bei Beibehaltung der Abzüge entstehen könnten, und verweist auf die finanzpolitische Handlungsfähigkeit des Kantons, diese abzufedern.
Ich halte diese Haltung für fiskalisch falsch und politisch gefährlich: Die Mitte hat letztes Jahr einer Sparrunde im Kantonsbudget zugestimmt und jetzt will sie gleichzeitig auf 40–60 Mio. CHF Steuereinnahmen verzichten – bei unklarer Wirkung für das Klima und ohne sozialpolitische Absicherung. Steuerliche Abzüge wirken sozial regressiv: Wohlhabende profitieren überdurchschnittlich, während Menschen mit tiefem oder mittlerem Einkommen nur gering oder gar nicht profitieren.
Steuerabzüge sind keine zielgerichtete Klimapolitik: Sie fördern häufig auch Investitionen, die ohnehin geplant wären. Ein Teil der Wirkung verpufft als Mitnahmeeffekt.

Warum gezielte Förderung besser ist

Gezielte Förderprogramme – wie wir sie in unserem Vorstoss fordern – sind:

  • Sozial gerechter: Fördermittel können gezielt auf Bedürftige oder besonders klimapolitisch wirksame Massnahmen gesetzt werden.
  • Effektiver: Fördermittel lassen sich an Energie- und CO₂-Ziele koppeln und schaffen klare steuerbare Anreize.
  • Kombinierbar: Sie können mit bestehenden kantonalen Förderprogrammen koordiniert werden.
  • Steuerliche Abzüge dagegen schaffen wenig Lenkungswirkung und verteilen Vorteile stark asymmetrisch nach Einkommen.

Wir stehen klar für gezielte, sozial gerechte und klimapolitisch wirksame Förderinstrumente statt pauschaler Steuerabzüge. Die Idee, die wegfallenden Abzüge einfach so weiterzuführen, halten wir aus sozial-, klima- und fiskalpolitischen Gründen für falsch. Gerade nach dem Sparkurs-Debakel im letzten Herbst ist es nicht schlau, jetzt freiwillig auf erhebliche Einnahmen zu verzichten – und das ohne überzeugenden Nachweis einer besseren Wirkung für den Klimaschutz.

Unsere Forderung bleibt: Effiziente Förderung statt steuerlicher Mitnahmeeffekte!

Mehr Solarstrom im Kanton Luzern – mein Vorstoss für eine zukunftsgerichtete Klimapolitik

Heute steht der Kanton Luzern vor einer zentralen Herausforderung und zugleich einer grossen Chance: Wie schaffen wir es, den Ausbau der Photovoltaik zu beschleunigen, dabei unsere Netze stabil zu halten und gleichzeitig die Menschen, die bereits in Solarenergie investiert haben, nicht allein zu lassen? Mit meinem Postulat „Einsatz von Mitteln des Klimafonds für die Umrüstung und den Ausbau bestehender PV-Anlagen“ habe ich genau dieses Ziel in den Fokus gerückt.

Ab dem 1. Januar 2026 tritt eine neue, bundesweite gesetzliche Regelung zur Solarstromeinspeisung in Kraft: Alle Solaranlagen dürfen künftig nur noch maximal 70 % ihrer Modul-Leistung ins Netz einspeisen. Diese Massnahme dient dazu, Spitzenlasten im Verteilnetz zu dämpfen, das Netz zu entlasten und Platz für zusätzliche Anlagen zu schaffen. Die Regelung ist Teil des neuen Stromgesetzes, das von der Schweizer Stimmbevölkerung getragen wurde und nun von Energieversorgern wie der CKW und weiteren Netzbetreibern umgesetzt wird. 

Für neu installierte Anlagen gilt die Regel bereits ab 2026, für bestehende Anlagen soll sie in den kommenden Jahren ausgeweitet werden. Das Ziel ist richtig und wichtig – um die Energiewende voranzutreiben und Netzengpässe zu vermeiden. Allerdings bringt die Abregelung für Betreiberinnen und Betreiber wirtschaftliche Einbussen von bis zu etwa 3 % der Jahresproduktion mit sich – und das ohne gesetzliche Entschädigungspflicht für Netzbetreiber. Deshalb braucht es nun eine klare und gerechte kantonale Antwort.

Was mein Postulat fordert

Mein Vorstoss an den Luzerner Regierungsrat setzt an genau dieser Stelle an:
Bestehende Produzenten sollen beim Übergang unterstützt werden – und zugleich der Ausbau der Solarstromproduktion verstärkt werden.

Konkret fordert mein Postulat:

  • Fördermittel aus dem kantonalen Klimafonds sollen zur Verfügung gestellt werden, um die technische Umrüstung bestehender PV-Anlagen auf die neue Einspeiseregelung zu erleichtern.
  • Entscheidend dabei: Die Förderung soll an zusätzliche Wirkungen gekoppelt werden, nämlich an einen Ausbau der bestehenden Anlage – z. B. um 3–5 % mehr Leistung,
    oder an die Installation lokaler Speichersysteme, die helfen, Netzspitzen zu reduzieren und den Eigenverbrauch zu erhöhen.
  • Damit soll die wirtschaftliche Belastung durch die Abregelung kompensiert, gleichzeitig aber zusätzlicher Nutzen für Netz und Klima geschaffen werden.
  • Der Regierungsrat soll im Rahmen des Postulats einen konkreten Antrag mit klaren Förderkriterien, einem Budgetbedarf, einem Zeitplan und einer einfachen administrativen Abwicklung vorlegen.

Warum dieses Modell funktioniert

Dieses Vorgehen schafft mehrwertorientierte Anreize statt pauschaler Subventionen. Es kombiniert:

  • Netzentlastung durch regelkonforme Umrüstung,
  • Mehr Solarleistung auf den Dächern,
  • lokale Speicherung zur besseren Nutzung vor Ort,
  • und wirtschaftliche Sicherheit für PV-Betreiberinnen und -Betreiber im Übergang zu den neuen Regeln.

Ein solcher struktureller Anreiz ist besonders wichtig, um Vertrauen in die Energie- und Klimapolitik zu stärken und Investitionen in erneuerbare Energien attraktiv zu halten. Der Vorschlag ist bewusst so formuliert, dass er nicht nur von der SP, sondern auch von bürgerlichen Parteien, insbesondere der Mitte, unterstützt werden kann. Denn er verbindet ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Vernunft:

  • Er honoriert bestehende Investitionen,
  • vermeidet unnötige Belastungen für Anlagenbetreiber,
  • fördert zusätzlichen PV-Ausbau und Speicherlösungen,
  • und nutzt gezielt Mittel aus dem Klimafonds ohne neue Belastungen für den Kantonshaushalt.

Fazit: Für eine pragmatische Energiewende im Kanton Luzern

Mit meinem Vorstoss setzen wir ein starkes Signal für eine nachhaltige, gerechte und zukunftsgerichtete Energiepolitik im Kanton Luzern. Es geht nicht nur darum, dass Photovoltaik beiträgt, den Klimawandel zu bekämpfen. Es geht auch darum, bestehende Solarproduzenten nicht zu bestrafen, sondern auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft zu unterstützen.

Ich freue mich auf den Dialog mit der Bevölkerung, den Partnern der Energiebranche und den politischen Kolleginnen und Kollegen, um dieses Ziel gemeinsam umzusetzen.

Votum über eine Weiterentwicklung des Energieförderprogramms

Mein Votum zu P 288 – Postulat Kurmann Michael und Mit. über eine Weiterentwicklung des Energieförderprogramms (am 24. März 2025 im Kantonsrat behandelt und als erheblich überwiesen)

Gefühlt brennt es momentan überall auf der Welt – die Grundlagen der Demokratie, der Gleichberechtigung und der Rechtsstaatlichkeit sind so bedroht wie schon lange nicht mehr. Es kommt mir ein wenig vor wie in diesen Marvel-Superheldenfilmen: Nach unzähligen Kämpfen, die unsere Protagonist:innen bereits ausgefochten haben, tritt nach gefühlt 25 Filmen der eigentliche Endgegner auf die Bühne – jener, der im Hintergrund schon lange die Fäden gezogen hat. Und unsere Held:innen müssen sich zwangsläufig erneut dieser Bedrohung stellen.

Earth on our Hands, Cristian Ibarra Santillan
Bild: Cristian Ibarra Santillan

In unserem Fall heisst dieser Endgegner Klimawandel, und bis jetzt sind erst ein oder zwei „Filme“ in dieser Reihe erschienen. Ich bin froh, dass wir heute nach der Earth Hour vom letzten Samstag die Gelegenheit haben, dieses Thema auf den Tisch zu bringen und uns daran zu erinnern, dass es nicht einfach verschwindet, nur weil wir nicht darüber reden oder nichts davon hören. Im Hintergrund bricht unser Planet Jahr für Jahr neue Temperaturrekorde – mit den entsprechenden Konsequenzen.

Doch nun zum Thema: Zu Recht fordert das Postulat Antworten darauf, wie sich das aktuelle Budget-Chaos in Bundesbern – man kann es wirklich nicht anders nennen – auf die laufenden Massnahmenpakete zur Energieförderung bei Gebäuden auswirkt. Diese sind ein wichtiger Pfeiler, um das beschlossene Ziel von Netto-Null bis 2050 realistisch erreichen zu können. Es freut mich, dass die Regierung in ihrer Antwort die Bedeutung dieser Massnahmen betont und sich klar zu den bereits laufenden Programmen sowie zu deren Weiterentwicklung bekennt.

In diesem Sinne unterstützen wir von der SP die Erklärung zur Erheblicherklärung des Postulats.

Das Einzige, was mich ehrlich gesagt stört, ist die Feststellung in der Antwort, dass voraussichtlich nicht alle ausbleibenden Bundesmittel kompensiert werden können. Das dürfte wohl auch für andere vom Bund finanzierte Massnahmen gelten – was effektiv eine Kürzung dieser Mittel bedeutet. Angesichts der Brisanz des übergeordneten Themas – es geht hier schliesslich um das langfristige Überleben unserer Zivilisation – ist diese Feststellung viel zu bequem und zu wenig ambitioniert.

Wie wäre es, wenn wir über den Tellerrand hinausschauen und beispielsweise unerwartet hohe Steuereinnahmen oder ausserordentliche Ausschüttungen der Nationalbank konsequent in unsere langfristige Zukunft investieren, statt kurzfristig mit Steuersenkungen die finanziellen Möglichkeiten des Kantons im Kampf gegen unseren gemeinsamen grossen Endgegner zu beschneiden? Das muss es uns doch wert sein! Damit zum Beispiel auch unsere Bäuerinnen und Bauern, liebe SVP, in 10, 20, 30 oder 100 Jahren noch eine Perspektive haben.

Übrigens lässt es sich auch wirtschaftlich nicht besonders gut arbeiten, wenn die Grundfesten unserer modernen Zivilisation erschüttert sind und unser Planet lichterloh brennt.

In diesem Sinne – besten Dank.